Lektorat

Donnerstag, 30. Juli 2009

Aus der Schlussredaktion des SZ-Magazins

Endlich auch mal ein Interview mit Schlussredakteurinnen! Wie wunderbar!

Bevor morgen das neue SZ-Magazin rauskommt, hier noch schnell der Link zum letzten Heft (Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 30/2009)

Am meisten habe ich mich über den Artikel gefreut, der - endlich mal :-) - den Alltag und das Sein von uns Schlussredakteuren beschreibt, mit allem Herangehen und Fühlen, den Freuden und auch Seufzern: "Nach uns die Sintflut" von Max Fellmann und Jan Heidtmann, ein Interview mit den Schlussredakteurinnen des SZ-Magazins Marianne Kössler und Dr. Daniela Ptok.

Übrigens ist das ganze Magazin - "Das Deutsch-Heft" - einfach super!

Glyptothek Muenchen Starke Frauen
Foto: (c) Marion Y. Engmann

Mittwoch, 29. Juli 2009

"Was macht eigentlich eine Lektorin?" Die Kinderbuch-Lektorin Cordula Keese im Interview

Mal wieder ein schöner Text zum Thema.

Christina Kolb von Echo Online interviewt fürs Kinder-Echo die Kinderbuch-Lektorin Cordula Keese in der interessanten Rubrik "Was macht eigentlich ...":

"Was macht eigentlich eine Lektorin?"

Was macht eine Lektorin in Muenchen
Foto: (c) Marion Y. Engmann

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Was Lektorat ist ... (5)

... kann man leider nur selten mit einer Belobigung belegen.

Das Problem mit dem Lektorenlob liegt m.E. darin begründet, dass ein gutes Lektorat eben das ist, das man (selbst oft der Autor, die Autorin, oder auch der Übersetzer als Autor des deutschen Textes) nicht bemerkt, weil doch alles einfach "stimmt". :-(

Die Mühe des detailgenauen Abgleichens macht sich ja kaum jemand. Das schöne Ergebnis wird betrachtet: "Passt!" - und gut.

Der Lektor ist ja immer der "Unsichtbare", die Arbeit einer Lektorin die hoch geschätzte, aber nicht rausposaunte Mitarbeit, wie z.B. dieser taz-Artikel zeigt, den ich gerade gefunden habe:

"Hinter der Arbeit am Text verschwinden" - Ein Porträt der Lektorin Ulrike Schieder, die für den Rowohlt Verlag neben anderen Jonathan Franzen, Martin Walser und Daniel Kehlmann betreut.

Dieses unauffällige Arbeiten, also dass die Arbeit gelungen ist, wenn sie nicht auffällt, dieses Aufgehen im Text anderer, das Lektoren können müssen, diese unbedingte Uneigennützigkeit, was den Text angeht, das eigene Verschwinden ... Das ist offenbar schwer zu loben. Ist ja auch paradox.

Dankbarkeit ist immer da auf Autorseite.

Und Bewunderung und Staunen für ein gelungenes Lektorat. Wie ich als Lektorin das Schreiben bewundere und bestaune.

Loben geht eigentlich gar nicht. Das setzt ja Drüberstehen voraus. Und das Tolle am Lektorieren ist ja, dass da keiner drübersteht, man steht sich auf Augenhöhe gegenüber und arbeitet zusammen am Text, um des gelungenen Textes willen.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Was Lektorat ist ... (4)

... lässt sich auch in seinen Teilschritten deutlich machen. So sind es zum Beispiel bei einer Zeitschrift

• Lektorat
• Dokumentation
• Schlussredaktion
• Fahnenkorrektur


Dabei checke und überarbeite ich die Inhalte (ist es interessant, plausibel, stimmt es sachlich, stimmen Namen, Zusammenhang, Fremdsprachliches, Schreibung) und glätte im Stil, prüfe Absätze, Typografie, Hervorhebungen und Layout. Ich passe die Artikel der verschiedenen Autoren gegebenenfalls einander an – zum Beispiel in der Leseransprache – und vereinheitliche in vielfacher Hinsicht, innen und außen.

So sorge ich zum Beispiel für eine unbedingte Verständlichkeit der Texte sowie eine einheitliche Schreibung, die zum einen unauffällig ist, zum anderen beim Lesen Orientierung bietet. Ich achte auf eine leserorientierte Ansprache (gegebenenfalls für alle Altersstufen, nahezu alle gesellschaftlichen Gruppen, Sprachgrenzen überschreitend usw., auch im Hinblick auf die Unternehmenskultur) und achte auf eine anhaltende Spannung im Lesefluss, die von Satz zu Satz trägt.

So entstehen Texte, die gern gelesen werden.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Was Lektorat ist ... (3)

... und leistet, lässt sich immer nur aus mehreren Aspekten zusammensetzen.

Da geht es zum Beispiel bei einer (Kunden-)Zeitschrift

1. um den optimierten Text (im Sinne des Autors), fachlich, sachlich, stilistisch usw.,

2. darum, dem Lesepublikum gerecht zu werden, dass es sich angesprochen und gemeint fühlt, sich vielleicht auch mal ganz neuen Themen (vertrauensvoll) zuwendet, und

3. um den Erfolg des Unternehmens.


Lektorat-Schriften
Foto: (c) Marion Y. Engmann

Montag, 20. Oktober 2008

Was Lektorat ist ... (2)

... lässt sich auch am Ergebnis ablesen.

So wird zum Beispiel eine Kundenzeitschrift insbesondere durch die Qualität der Texte des redaktionellen Teils zu einem erfolgreichen Marketinginstrument (Stichworte: Kundenbindung, Werbeumfeld).

Wesentlich ist dabei die kognitive Rezeption: Denn wenn Texte „stimmen“, auch in ungewöhnlichen Themen und schwierigen Sachverhalten (wie sie zum Beispiel eine Zeitschrift für ein breites Lesepublikum enthält), stellt sich wie selbstverständlich Vertrauen ein. Deshalb ist es wichtig, dass sie attraktiv und klar, für jeden verstehbar und inhaltlich korrekt sind. Nur so sorgen sie für die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen, die eine solche Zeitschrift zum idealen Marketinginstrument machen und darüber hinaus auch auf das ganze Unternehmen strahlen.

Das leistet ein umfassendes und in die Tiefe gehendes Lektorat, das die Texte bis zur Drucklegung begleitet.

Sonntag, 20. Juli 2008

Was Lektorat ist ... (1)

... kann ich immer am besten beschreiben, wenn ich mittendrin bin. Zum Beispiel jetzt. :-)

Ich lebe mit dem Text, im Text, in seiner räumlichen Umgebung, seinen personalen und emotionalen Gegebenheiten, seiner Sprache und Wortewelt. Und nur durch die Buchstaben. Jede Abbildung würde mich von der präzisen Umsetzung der Vorstellungen, die die Worte geben, ablenken. Bin "drin" - wie in einem Film -, als sei es mein eigenes Erleben. In "Jetzt-Zeit" also.

Von hier aus bringe ich Änderungen an. In der Absicht, einerseits den Autor und die Autorin auszudrücken, also alles so zu sagen, wie sie es (vermutlich) gemeint haben und sagen wollten, andererseits dem ganzen Text eine äußere Form zu geben, die ihm sowohl entspricht als auch ihn dem Leser nahebringt, er also verstehbar wird in allen seinen Facetten.

Besuch-auf-dem-Manuskript1
Besuch auf dem Manuskript - Foto: (c) M.Y.E.

Da werden schon mal ganze Teile umgestellt oder gestrichen. Es kann neue Überschriften und Kapiteleinteilungen geben oder eine neue Reihenfolge. Vielleicht werden auch bestimmte Bezeichnungen durchgehend neu geschaffen. Es ist eigentlich alles möglich. ;-)

Auf jeden Fall geht es um jedes Wort, jedes Satzzeichen, jeden Absatz, jeden Abschnitt.

Übernommen wird, was dem Autor für seinen Text gefällt, wenn er sich damit noch besser ausgedrückt sieht.

Ein gelungenes Lektorat bietet dem Autor seinen optimierten Text, dem er - womöglich - die Änderungen nicht einmal anmerkt - denn so wie der Text jetzt ist, war er - im besten Falle - gedacht. :-)

Montag, 7. Juli 2008

Interessante Aussicht: Der maschinelle Lektor naht

Nun macht der Maschinenpark auch vor dem Lektorat nicht halt :-)

In "Maschineller Lektor" beschreibt die technische Redakteurin Claudia Fottner-Top auf der Website des Fachverbands für Technische Kommunikation (schon 2002) ein "maschinelles System zur Sicherung der sprachlichen Qualität".

Das System MULTILINT („Multilinguale Intelligenz für die technische Dokumentation”) verspricht zu helfen "im Hinblick auf sprachliche Fehlerfreiheit, Lesbarkeit, Verständlichkeit und terminologische Konsistenz". Und - klar - es kann übersetzen.

Hm. Über die Bezeichnung "multilinguale Intelligenz" würde sich das maschinelle System sicher sehr freuen, wenn es doch nur ein Fünkchen emotionaler Intelligenz hätte ...

Zu KI und AI (Künstliche Intelligenz/Artificial Intelligence) gesellt sich nun also auch eine MI. Aber, um es - etwas abgewandelt - mit Marcel Reich-Ranicki zu sagen: Sind es überhaupt Intelligenzen? Ich meine nein.

Auf jeden Fall werden diese Intelligenzen menschliche Lektoren und Lektorinnen natürlich nie ersetzen können, ;-) solange es Menschen gibt, die den Blick fürs Menschliche schätzen.

Denn wie sagte schon der großartige Joseph Weizenbaum, der die Entwicklung der Informationstechnologie und deren Rezeption in der Gesellschaft stets kritisch begleitete und den wesentlichen Unterschied von Mensch und Maschine immer betonte:

"Die Gefahr der künstlichen Intelligenz liegt nicht darin, dass Maschinen mehr und mehr wie Menschen denken, sondern dass Menschen mehr und mehr wie Maschinen denken."
Joseph Weizenbaum, Denken ohne Seele

Berlin-18-Maerz-2008

Berlin, 18. März 2008 (c) Marion Y. Engmann
(Klick hier: Kleine Diashow "Vom Hbf bis Ku'damm" (18 Bilder)

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