Sonntag, 20. Juli 2008

Was Lektorat ist ... (1)

... kann ich immer am besten beschreiben, wenn ich mittendrin bin. Zum Beispiel jetzt. :-)

Ich lebe mit dem Text, im Text, in seiner räumlichen Umgebung, seinen personalen und emotionalen Gegebenheiten, seiner Sprache und Wortewelt. Und nur durch die Buchstaben. Jede Abbildung würde mich von der präzisen Umsetzung der Vorstellungen, die die Worte geben, ablenken. Bin "drin" - wie in einem Film -, als sei es mein eigenes Erleben. In "Jetzt-Zeit" also.

Von hier aus bringe ich Änderungen an. In der Absicht, einerseits den Autor und die Autorin auszudrücken, also alles so zu sagen, wie sie es (vermutlich) gemeint haben und sagen wollten, andererseits dem ganzen Text eine äußere Form zu geben, die ihm sowohl entspricht als auch ihn dem Leser nahebringt, er also verstehbar wird in allen seinen Facetten.

Besuch-auf-dem-Manuskript1
Besuch auf dem Manuskript - Foto: (c) M.Y.E.

Da werden schon mal ganze Teile umgestellt oder gestrichen. Es kann neue Überschriften und Kapiteleinteilungen geben oder eine neue Reihenfolge. Vielleicht werden auch bestimmte Bezeichnungen durchgehend neu geschaffen. Es ist eigentlich alles möglich. ;-)

Auf jeden Fall geht es um jedes Wort, jedes Satzzeichen, jeden Absatz, jeden Abschnitt.

Übernommen wird, was dem Autor für seinen Text gefällt, wenn er sich damit noch besser ausgedrückt sieht.

Ein gelungenes Lektorat bietet dem Autor seinen optimierten Text, dem er - womöglich - die Änderungen nicht einmal anmerkt - denn so wie der Text jetzt ist, war er - im besten Falle - gedacht. :-)

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