Sonntag, 20. Juli 2008

Was Lektorat ist ... (1)

... kann ich immer am besten beschreiben, wenn ich mittendrin bin. Zum Beispiel jetzt. :-)

Ich lebe mit dem Text, im Text, in seiner räumlichen Umgebung, seinen personalen und emotionalen Gegebenheiten, seiner Sprache und Wortewelt. Und nur durch die Buchstaben. Jede Abbildung würde mich von der die präzisen Umsetzung der Vorstellungen, die die Worte geben, ablenken. Bin "drin" - wie in einem Film -, als sei es mein eigenes Erleben. In "Jetzt-Zeit" also.

Von hier aus bringe ich Änderungen an. In der Absicht, einerseits den Autor und die Autorin auszudrücken, also alles so zu sagen, wie sie es (vermutlich) gemeint haben und sagen wollten, andererseits dem ganzen Text eine äußere Form zu geben, die ihm sowohl entspricht als auch ihn dem Leser nahebringt, er also verstehbar wird in allen seinen Facetten.

Besuch-auf-dem-Manuskript1
Besuch auf dem Manuskript - Foto: (c) M.Y.E.

Da werden schon mal ganze Teile umgestellt oder gestrichen. Es kann neue Überschriften und Kapiteleinteilungen geben oder eine neue Reihenfolge. Vielleicht werden auch bestimmte Bezeichnungen durchgehend neu geschaffen. Es ist eigentlich alles möglich. ;-)

Auf jeden Fall geht es um jedes Wort, jedes Satzzeichen, jeden Absatz, jeden Abschnitt.

Übernommen wird, was dem Autor für seinen Text gefällt, wenn er sich damit noch besser ausgedrückt sieht.

Ein gelungenes Lektorat bietet dem Autor seinen optimierten Text, dem er - womöglich - die Änderungen nicht einmal anmerkt - denn so wie der Text jetzt ist, war er - im besten Falle - gedacht. :-)

Sonntag, 13. Juli 2008

Sommer in New York: "The NYC Waterfalls" von Olafur Eliasson

Hat was von Land Art. Und von Kunst am Bau. Und ist Kunst im öffentlichen Raum. Ein "social art experiment"? Auf jeden Fall: Einfach fantastisch! Great!!!

Gigantisch. Und gleichzeitig lyrisch. Unglaublich.

Olafur Eliassons wunderbare "New York City Waterfalls". Vom 26. Juni bis 13. Oktober 2008. Auf der Website des Public Art Fund gibt es viele Bilder, Podcasts, Infos und ein Interview mit Olafur Eliasson.

Bei Flickr gefunden: Der Wasserfall an der Brooklyn Bridge in der Dämmerung ...

Heute in Kiel ... :-)

Sommer-im-Schrevenpark

... im Schrevenpark - (c) Marion Y. Engmann

Montag, 7. Juli 2008

Interessante Aussicht: Der maschinelle Lektor naht

Nun macht der Maschinenpark auch vor dem Lektorat nicht halt :-)

In "Maschineller Lektor" beschreibt die technische Redakteurin Claudia Fottner-Top auf der Website des Fachverbands für Technische Kommunikation (schon 2002) ein "maschinelles System zur Sicherung der sprachlichen Qualität".

Das System MULTILINT („Multilinguale Intelligenz für die technische Dokumentation”) verspricht zu helfen "im Hinblick auf sprachliche Fehlerfreiheit, Lesbarkeit, Verständlichkeit und terminologische Konsistenz". Und - klar - es kann übersetzen.

Hm. Über die Bezeichnung "multilinguale Intelligenz" würde sich das maschinelle System sicher sehr freuen, wenn es doch nur ein Fünkchen emotionaler Intelligenz hätte ...

Zu KI und AI (Künstliche Intelligenz/Artificial Intelligence) gesellt sich nun also auch eine MI. Aber, um es - etwas abgewandelt - mit Marcel Reich-Ranicki zu sagen: Sind es überhaupt Intelligenzen? Ich meine nein.

Auf jeden Fall werden diese Intelligenzen menschliche Lektoren und Lektorinnen natürlich nie ersetzen können, ;-) solange es Menschen gibt, die den Blick fürs Menschliche schätzen.

Denn wie sagte schon der großartige Joseph Weizenbaum, der die Entwicklung der Informationstechnologie und deren Rezeption in der Gesellschaft stets kritisch begleitete und den wesentlichen Unterschied von Mensch und Maschine immer betonte:

"Die Gefahr der künstlichen Intelligenz liegt nicht darin, dass Maschinen mehr und mehr wie Menschen denken, sondern dass Menschen mehr und mehr wie Maschinen denken."
Joseph Weizenbaum, Denken ohne Seele

Berlin-18-Maerz-2008

Berlin, 18. März 2008 (c) Marion Y. Engmann
(Klick hier: Kleine Diashow "Vom Hbf bis Ku'damm" (18 Bilder)

Dienstag, 3. Juni 2008

Mit dem VFLL im Hamburger Hafen

Am Wochenende war in Hamburg die Jahrestagung des Lektorenverbands VFLL. Neben Fortbildungen und professionellem Austausch gibt es natürlich auch die zahlreichen Gelegenheiten für persönliche Gespräche und ein Kennenlernen der Stadt.

Jedes Jahr lädt eine andere Regionalgruppe ein und bietet den Angereisten auch ein ganz wunderbares Rahmenprogramm. Diesmal war eine Fahrt durch den Hafen dabei, bei Sonnenuntergang ...

Hamburger-Hafen

Mehr Bilder von dieser grandiosen Fahrt durch den riesigen Hafen an einem Sommerabend gibt es hier zu sehen: eine Diashow (34 Bilder) auf flickr. Und beim nächsten Hamburg-Besuch unbedingt selbst mal durchschippern.

Freitag, 23. Mai 2008

Im Inneren des Kinos: im Vorführraum

Was für ein Abend! Ich durfte mit rein ins Allerheiligste während des 4-Stunden-Films "Napoleon". F-1925-27, Regie: Abel Gance. Ein Riesenfilm. Ich glaube, es waren über 30 Filmrollen.

KoKi im Vorführraum
(c) Marion Y. Engmann

Da gab es jedenfalls richtig viel zu tun für die Vorführerin: Rollen alle der Reihe nach aufstellen, Rolle im Projektor vorbereiten, auf den gewechselt wird, Projektor wechseln, Rolle wechseln, umspulen, einpacken, als Paket verpacken; Rolle für Rolle. Ein Film mit Pause, ein Stummfilm mit viel heroischer Musik und dramatischen Bildern ...

KoKi im Vorführraum Film
(c) Marion Y. Engmann

Mehrere filmische Einmaligkeiten kommen vor, vor allem gegen Ende ein Breitwandformat! Das erste Experiment dazu seinerzeit weltweit. Schnell musste im richtigen Moment die Leinwand im Zuschauerraum seitlich aufgezogen werden (nur ein Knopfdruck, aber der im richtigen Moment ;)

Hier gibt es eine kleine Diashow (36 Fotos) dieses denkwürdigen Abends. Viel Spaß beim Anschauen!

Sonntag, 20. Januar 2008

"Wie werde ich Lektor?" - Interview mit Rudolf Walter, Lektor im Herder Verlag

Über seinen Werdegang, seinen Arbeitsalltag als Lektor im Herder Verlag, über den Umgang mit Autoren, die tragischen Momente sowie Sternstunden eines Lektors, wie der Verlag an

Herder Verlag Freiburg

Der Herder Verlag in Freiburg (Foto: (c) M.Y.E.)

Autoren kommt - und über den Ausbildungsweg spricht "Steffi" (Userin von "fudder - Neuigkeiten aus Freiburg") mit Rudolf Walter: http://fudder.de/artikel/2007/08/16/wie-werde-ich-lektor-10/

Samstag, 1. Dezember 2007

Béjart: Sein letzter Vorhang - Trauerfeier mit Applaus

Über 400 Personen waren am Montagnachmittag ins schöne Théâtre Metropole gekommen, um ihn mit einer letzten Feier zu ehren. Eine Trauerfeier, wie Maurice Béjart sie sich gewünscht hatte.

Wie swissinfo.ch (vom 26.11.07) und der Remscheider General-Anzeiger* (vom 26.11.07) berichten, war es eine bewegende, ergreifende Feier - an einem Ort, der für einen Mann der Bühne nicht besser hätte gewählt sein können.

* Remscheid - eine Stadt des Tanzes: mit dem viel beachteten Fachbereich Tanz in der Akademie Remscheid.

Freitag, 23. November 2007

Maurice Béjart - Abschied

Für den großen Mann des Tanzes, der mit seinem Brüsseler Ballet du XXième Siècle und seiner berühmten Mudra-Schule Tanz und Ballett neu fasste und damit an Tanz Interessierte auf der ganzen Welt faszinierte und prägte, wird es für Freunde, Tänzer, Nahestehende am kommenden Montag im Théâtre Métropole in Lausanne eine Trauerfeier geben.

Website des "Béjart Ballet Lausanne"

"Der Tanzcharmeur" - Nachruf von Sylvia Staude (fr-online)
Swiss.info
Tagesspiegel
Stuttgarter Zeitung
SWR (Sendung "Nachtkultur", heute 23.30 h)

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